Endspurt auf der Zielgeraden mit dem Ziel der Geburt vor Augen

Jetzt dauert es nicht mehr lange, die letzten Wochen sind angebrochen. Laufe ich nun wirklich schon 8 Monate mit einem Baby unter meinem Herzen herum? Unvorstellbar. Wo ist die Zeit nur geblieben?

Ich versuche gerade des Öfteren meine Gedanken und Gefühle einzuordnen, zu sortieren. Es gelingt mir leider selten. In den vergangenen Wochen musste ich jeden Tag feststellen, wie ich immer weniger machen kann. Mein Körper gehört schon seit diesen 8 Monaten nicht mehr wirklich mir, aber die letzten Wochen zeigen das nochmals sehr deutlich. Es ist schwer, zumindest für mich, sich damit abzufinden, dass viele Dinge, die doch eigentlich so einfach sind, nur noch anstrengend und manchmal auch gar nicht mehr möglich sind. Zum Beispiel das Spielen mit Junior auf dem Boden. Schon nach 2 Minuten weiß ich nicht mehr wie ich sitzen soll, geschweige denn wieder hochkomme! Sein Lieblingsspiel ist gerade Fange und Verstecke. Wie bitteschön soll ich einem kleinen Zwerg begreiflich machen, dass nach 2 Meter schnellerem Gehen das Fange spielen beendet ist, weil Mama ein Sauerstoffzelt braucht?

Genieß die letzten Wochen vor der Geburt

Totlachen könnte ich mich dann auch immer über den nett gemeinten Spruch „Genieß nochmals die letzten Wochen, so schön wirst du es nie wieder haben“. Ähm ja, aber was soll man denn an Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und sämtlichen anderen Gebrechen genießen? Über brauchbare Antworten freue ich mich…

So langsam kommen nun natürlich auch die Gedanken zum Thema Geburt. Seither habe ich das Thema immer schön vor mir hergeschoben, hatte gar keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen. Nun ist das anders. Wie wird diese Geburt wohl verlaufen? Auch wieder mit 12 Stunden Wehen mit dem Ergebnis Kaiserschnitt? Wird die Geburt wieder mit einem Blasensprung beginnen oder sind es dieses Mal die Wehen, die uns in die Klinik fahren lassen? Wie werden die Schmerzen sein? Wird es eine schnelle Geburt? Fragen über Fragen. Auf keine werde ich eine Antwort bekommen, bis es dann soweit ist.

Es kommt wie es kommt

Eins ist aber klar: Ich gehe offen an die Sache heran und nehme es, wie es kommt. Ändern kann ich es sowieso nicht. Ich glaube, dass ist das Vernünftigste was ich machen kann. So bin ich allem gegenüber offen und habe erst mal keine große Angst vor einem bestimmten, nicht gewollten Ablauf.

Im Geburtsvorbereitungskurs hat uns die Hebamme immer wieder gesagt, wie schön doch so eine Geburt ist. Nach jeder Wehe sollen wir denken „Ja, schon wieder eine geschafft, schon wieder dem Kind etwas näher, juhu, wie schön.“ Also Leute mal ganz ehrlich: Die Frauen, die das denken, vor denen ziehe ich meinen Hut. Das absolut positive an einer Geburt ist, dass wir das allerschönste Geschenk auf Erden bekommen, unser Baby. Aber muss man deshalb wirklich eine Geburt so verherrlichen? Kann man die Sache nicht realistisch angehen? Ich denke die meisten Frauen freuen sich auf die Geburt: Zum Einen weil die Schwangerschaft dann ein Ende hat und zum Anderen (viel wichtiger) weil wir dann endlich, endlich das im Arm halten können, auf was wir uns schon seit Monaten freuen: Unser Baby!

Für mehr Ehrlichkeit beim Thema Geburt

Grundsätzlich bin ich wirklich für mehr Realismus und Ehrlichkeit wenn es um das Thema Geburt geht. Ja, ich habe schon eine mitgemacht, aber nein auch ich weiß nicht wie die Jetzige verlaufen wird. Und das ist auch gut so. Bei manchen Dingen bin ich aber schon froh, sie einfach mal gehört zu haben, bevor nachher der große Schock kommt. Informationen muss man einfach nur einordnen können. Verrückt machen bringt natürlich niemand etwas… Ich weiß ehrlich gesagt manchmal nicht ob ich mit meiner Meinung alleine dastehe, ob vielleicht die meisten Frauen doch nur das positiv hören wollen und böse gesagt Honig ums Maul geschmiert bekommen möchten. Ich bin gerne über sämtliche Fakten informiert, was passieren könnte. Ist dann wenn es soweit ist, doch einfacher, als wenn man völlig überfahren wird.

Kein Bauch für immer

Wie auch immer. Auch wenn ich jetzt den Tag, an dem es losgeht, kaum erwarten kann, weiß ich gleichzeitig auch, dass ich danach meinen Babybauch vermissen werde. Schließlich wird es keinen mehr geben. Und das ist dann schon ein komisches Gefühl und lässt mich doch tatsächlich auch Momente erleben, in denen ich einfach nur dasitze, meinen Bauch streichle und genieße.

2 Comments

  1. Lena

    11. März 2018 at 19:51

    Sehr schön geschrieben ☺

    1. Melanie

      12. März 2018 at 12:14

      Lieben Dank 🙂

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