Familie und Arbeit
OECD Studie

Vor Kurzem bin ich auf eine interessante Studie gestoßen. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat festgestellt, dass in Deutschland viel weniger Frauen mit Kindern berufstätig sind als in anderen Ländern. Die Teilzeitquote der berufstätigen Mütter liegt bei 39 Prozent, die Quote der Vollzeitarbeiterinnen bei 30 Prozent. Dabei liegt die durchschnittliche Teilzeitarbeitszeit bei 20 Stunden.

Absolut krass finde ich, dass in keinem anderen OECD-Land Mütter so wenig zum Haushaltseinkommen beitragen wie in Deutschland. Nur 23 Prozent aller Mütter.

oecd

Woran liegt das?

Wenn ich von mir ausgehe, passe ich nicht in den angegebenen Durchschnitt. Mit 30 Arbeitsstunden liege ich über der Teilzeitquote, bin aber unter der Vollzeitbeschäftigung. Somit also eine vollzeitnahe Teilzeitbeschäftigung. Mein Beitrag zum Haushaltseinkommen ist genauso groß wie der von meinem Freund. Das war mir auch von Anfang an sehr wichtig. Kinderbetreuung und Haushalt sind bei uns mehr oder weniger aufgeteilt. Wobei der größere Teil bei mir liegt. Was wahrscheinlich auch eher normal ist. Frau bleibt eben Frau.

Alles dabei

In meinem Bekannten- und Freundeskreis finde ich die volle Bandbreite: Von der Vollzeitmama, über die 400 Euro-Jobberin, über Teilzeit bis hin zur Vollzeitarbeitnehmerin. Wobei ich sagen muss, die Mamas mit Job sind in größerer Zahl vertreten, als die ohne.  Am Anfang habe ich mir immer gedacht, dass es Luxus ist, als Mama nicht arbeiten gehen zu MÜSSEN. Je länger ich aber darüber nachdenke, umso toller finde ich es, als Mama arbeiten gehen zu KÖNNEN. Natürlich muss das Maß auf Anzahl und Alter der Kinder abgestimmt sein. Da findet sich doch aber immer irgendwie eine gute Lösung. Ich für meinen Teil bin mit 75 Prozent sehr zufrieden. Auch wenn ich mich an manchen Tagen, an denen ich abends fix und fertig ins Bett falle, schon frage, ob es am Ende nicht doch einfach zu viel ist. Meistens weiß ich aber, dass es genau das richtige Maß ist. Für jetzt.

Zwei Seiten

Ich bin sehr glücklich darüber mein eigenes Geld zu verdienen, meinen finanziellen Teil zum Familienleben beizutragen und mit meinem Geld machen zu können, was ich für richtig halte. Diese Unabhängig- und Selbstständigkeit ist genau das, was ich brauche und immer wollte. Das ist neben den sozialen Kontakten im Arbeitsleben, den Herausforderungen für den Kopf und das Weiterkommen im Beruf das, was ich am Working Mum sein so mag.

Auf der anderen Seite muss ich aber auch klar sagen, dass ich sehr dankbar und glücklich bin, die Möglichkeit gehabt zu haben, ein Jahr mit meinem Sohn zu Hause zu bleiben. Wegen mir hätten es am Ende sogar auch 1,5 Jahre sein dürfen. Das wäre ohne Elterngeld niemals möglich gewesen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das gar nicht mehr so richtig geschätzt wird, mehr als selbstverständlich erachtet. Das ist es aber ganz und gar nicht. In Deutschland nicht und auch nicht in anderen Ländern. Umso mehr finde ich, sollten wir uns glücklich schätzen, so eine Möglichkeit zu bekommen. Ich bin es, auf ganzer Linie. Was hätte ich alles verpasst, wäre ich nicht das erste Lebensjahr mit meinem Sohn Zuhause gewesen.

Ich bin aber auch sehr glücklich, die Möglichkeit zu haben, wieder arbeiten gehen zu können. Kita sei Dank. Wobei es hier schon noch ein wenig Nachholbedarf gibt. Nicht in meinem Fall, aber allgemein. Zu wenig Plätze, zu starre Zeiten und oft zu hohe Kosten, wo sich Frau dann fragen muss, ob es sich am Ende überhaupt rechnet arbeiten zu gehen. Und doch gehen einige Frauen am Ende nur arbeiten, um die Kita zu bezahlen. Warum? Ist doch klar. Sie wollen nicht stehenbleiben, im Job am Ball bleiben, vorankommen und zumindest einen kleinen Teil zum Familieneinkommen beitragen.

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