Zum Geburtstag habe ich endlich mal wieder einen Büchergutschein bekommen. Über so etwas freue ich mich ja immer riesig, stöbern im Buchladen und neuen Lesestoff finden. Doof ist immer nur, dass ich am Ende meistens noch draufzahlen muss, da ich nie nur Bücher im Wert des Gutscheins kaufe. Nun gut… On Top habe ich das wunderbare Büchlein „Glück und andere Kleinigkeiten von absoluter Wichtigkeit“ von Haim Shapira gekauft. Nach der Lektüre kann ich sagen: Ich bin sehr froh, dass sie den Weg auf meinen Nachttisch gefunden hat. Ein Buch das man einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte, da es so viele schöne Geschichten und Weisheiten beinhalten, die zum Nachdenken und Ordnen des Lebens anregen.

Glück und andere Kleinigkeiten von absoluter Wichtigkeit

Wir alle wollen glücklich sein. Doch was ist das eigentlich, Glück? Und wo finden wir es? Den einen seligmachenden Ratgeber zum Thema gibt es nicht, meint Haim Shapira. Denn Glück bedeutet für jeden Einzelnen von uns etwas anderes. Und so stellt Shapira die fundamentalen Fragen des Lebens noch einmal neu – er stellt sie den großen Denkern und Dichtern der Kulturgeschichte, aber vor allem stellt er sie dem Leser selbst. Mit Witz und Leichtigkeit öffnet er uns die Augen und verändert dabei unseren Blick auf fast alles im Leben.

Klingt erstmal schon ein wenig hochgestochen, „verändert dabei unseren Blick auf fast alles im Leben.“ Aber ich muss sagen es kommt schon nahe hin. Es gab kaum einen Abend an dem ich das Buch einfach nur zur Seite gelegt und geschlafen habe. Meistens ist mein Gehirn danach noch auf Hochtouren gelaufen, weil ich so viele Anregungen zum Nachdenken über bestimmte Situationen im meinem Leben bekommen habe.

Du bist, wo deine Gedanken sind. Sieh zu, dass deine Gedanken da sind, wo du sein möchtest.

Gleich im ersten Kapitel „Glück“ trifft Shapira mit diesen Sätzen bei mir den Nagel auf den Kopf. Gedanke sind ganz oft Probleme der Menschen, so auch bei mir. Doch warum eigentlich? Warum kontrollieren uns oft unsere Gedanken und wir nicht sie?

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Im Rahmen einer Umfrage hat er so manch interessante Erkenntnis darüber bekommen, was Glück für die Menschen ist. Und wie unterschiedlich Frauen und Männer Glück definieren. Könnt ihr euch denken, was die meisten Frauen geantwortet haben? Als ich es gelesen habe, war es für mich jedenfalls keine Überraschung. Ich hätte vermutlich die gleiche Antwort gegeben.

Emotion und Leidenschaft

Im Kapitel „Emotion und Leidenschaft“ schreibt Shapira folgendes: „Die Temperatur bei der wir kochen vor Wut, variiert von Mensch zu Mensch. Manche von uns sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen, während andere explodieren, ohne zu wissen warum.“ Ja, das kenne ich nur zu gut. Gerade im Moment, wo Junior des öfteren mal seine „Anfälle“ hat und mich dadurch zum Kochen bringt, bleibt sein Papa meistens ruhig und gelassen. Oft habe ich mich gefragt warum das so ist und ob ich was falsch mache. Nicht nur in dieser Situation hat das Buch Worte gefunden, die mich beruhigt haben und mir gezeigt haben, dass man nicht immer alles erklären und bewerten muss.

In diesem Kapitel schreibt er auch über das Thema Freundschaft. Wie wichtig sie für jeden Einzelnen ist, was man tun kann um Freundschaften zu pflegen und was wahre Freundschaft ausmacht: Die Fähigkeit, sich mit seinen Freunden zu freuen und die Bereitschaft, Dinge zu tun, von denen nicht man selbst profitiert, sondern die Freunde. Aber auch diese zwei Grundvoraussetzungen werden vertieft und ergänzt.

Was ich auch sehr schön finde an diesem Büchlein sind die integrierten Experimente. Nicht nur, dass er von seinen Experimenten erzählt, nein er lädt auch den Leser dazu ein, selbst mit sich ins Gericht zu gehen. So zum Beispiel mit einem Experiment inspiriert von Friedrich Nietzsche in dem es darum geht, seine einzelnen Masken abzulegen. Und zwar so lange, bis man zu seinem wahren Gesicht durchgedrungen ist. Wahrlich keine leichte Aufgabe.

Die Welt ist nur eine Leinwand für unsere Fantasie.
Henry David Thoreau

Die Liebe und der schlaue Fuchs

Die zehn Zitate über die Liebe finde ich besonders schön. Teilweise stammen sie von Personen, die ich gar nicht kenne, was im dem Fall aber auch nicht wichtig ist. Er zitiert aber auch Personen, wie Marylin Monroe oder Robert Frost, die dürften wir alle kennen. Dieses Kapitel beruft sich auch an vielen Stellen auf den Kleinen Prinzen und seinen Verfasser.

Ich könnte nun gerade so mit Zitaten und Ausführungen weiter machen. Aber dadurch würde ich euch ja auch den Reiz nehmen, das Buch selbst zu lesen. Es ist nicht unbedingt immer eine leichte Lektüre und ihr müsst damit rechnen, dass ihr nach jedem Mal Lesen neue Inspirationen bekommt, euer Leben neu zu überdenken. Vielleicht bekommt ihr am Ende auch Erkenntnis darüber, was ihr ändern müsst, um glücklich zu sein. So allgemein das Buch auch geschrieben ist, ohne Ratgeberallüren, so individuell sind die einzelnen Texte anwendbar. Lest es also nur, wenn ihr auch bereit seid, Änderungen im Leben anzustoßen oder zumindest bereit seid, darüber nachzudenken.

Fazit: My way

Am Ende konzentriert sich Shapira nicht darauf, Tipps zu geben, sondern erzählt was er bisher in seinem Leben gelernt hat. Und genau das macht den kompletten Charme des Buches aus: Es ist kein Ratgeber, in dem man sein Glück findet. Es ist ein Buch voll mit Erzählung und Auflistungen von Weisheiten, Lebenserfahrung und wundervollen Zitaten heller Köpfe, in dem man sein Glück suchen kann!

Daten: Glück und andere Kleinigkeiten von absoluter Wichtigkeit
Eisele, 2017, ISBN 978-3-96161-002-0