Ich möchte nicht mehr alles online teilen

Wie der Ein oder Andere sicherlich schon mitbekommen hat, bin ich nun tatsächlich seit einer Weile stolze zweifach Jungs-Mama. Im noch schwangeren Zustand habe ich mir oft Gedanken gemacht, wie ich das freudige Erlebnis auf Instagram teile, was ich darüber hier auf meinem Blog schreibe, wie viel Einblick ich in diese ganz intime Sache gebe. Wirklich eine Antwort habe ich aber tatsächlich erst nach der Geburt in meinem Herzen gefunden. Ich möchte dieses schöne, ganz persönliche Ereignis im Netz nicht großartig teilen oder kundtun. Natürlich ist mir klar, dass ich das als Mama-Bloggerin machen sollte. Jedoch gibt es doch schon genügend Geburtsberichte und Beiträge über die erste Zeit mit Baby im Netz, da muss ich nicht noch meinen Teil dazu beitragen.

Den Blick wieder auf das Wesentliche richten

Mir ist durch die Geburt meines zweiten Sohnes eins wieder bewusst geworden: Ich möchte mich bzw. meine Familie nicht mit jedem teilen, schon gar nicht im Netz. Möchte nicht mehr nach dem perfekten Bild Ausschau halten, für das ich hoffentlich viele Herzen bekomme und ein paar nette Kommentare. In dieser Zeit, in der ich durch die Linse schaue, geht nämlich so viel an mir vorbei, der eigentliche Augenblick wird durch die Suche zerstört. Die erste, so wundervolle Zeit, wird durch das Posten und immer wieder nach den Reaktionen schauen total zerstört. Die Konzentration richtet sich nicht auf das was eigentlich wichtig ist, sondern auf eine Welt außerhalb. Ich liebe das schreiben, mein Blog ist mir absolut wichtig. Aber dennoch habe ich für mich nun beschlossen eine Grenze zu ziehen und nicht die vielleicht erwarteten Themen zu bespielen. Außerdem werde ich mich in den nächsten Wochen und vielleicht auch Monaten auf das konzentrieren, was wichtig ist. Meine Jungs und mein Mann. Deshalb wird es hier vielleicht ein klein wenig ruhiger werden, in der Hoffnung, dass dieser Zustand auf Verständnis und nicht totale Abwendung stößt.

Das Leben findet nicht online statt

Geht es euch manchmal nicht auch so? Dass ihr schon zwangsweise an den nächsten Post denkt, daran welches Bild sich wohl als nächstes auf Instagram besonders gut macht. So oft bin ich mit meinen Gedanken „online“, bin am Telefon und schaue mir Bilder und Post von Anderen an. Und in letzter Zeit frage ich mich einfach, ob ich meine Zeit nicht besser nutzen kann. Was bringt es mir, ständig nach dem perfekten Post zu suchen, auf Reaktionen zu warten, ja fast schon zu hoffen. Lesen was Andere den ganzen Tag so machen. Findet das wirklich noch freiwillig statt oder aus einem schon fast „abhängigen“ Verhalten heraus? Was bringt mir das Ganze? Warum nutze ich meine Zeit nicht für etwas anderes, gebe mir selbst wieder ein Stück Freiheit, ja ein Stück mehr vom Leben zurück, in dem ich weniger online lebe, sondern wieder mehr in den einzelnen Momenten, die das Leben für mich bereit hält.

Beobachten statt zu fotografieren

Ein Beispiel für das was ich damit sagen will: In Australien habe ich eine Whale Watching Tour mitgemacht. Davor hat mein Papa zu mir gesagt, ich soll doch viele schöne Bilder machen. Als dann die Wale kamen, habe ich die ersten 5 Minuten nur Bilder gemacht. Und dann ganz plötzlich gemerkt, dass ich vieles gar nicht mitbekomme, weil ich nur durch die Linse schaue. Sofort habe ich die Kamera weggelegt und mich einfach nur auf das Spektakel konzentriert. Es war so schön und unglaublich, diese tollen Tiere so nah beobachten zu können. Alles wahrzunehmen, einfach in den Moment mit diesen Tieren eintauchen und alles drumherum auszublenden. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass wir nicht immer versuchen sollten, dass perfekte Foto zu machen, um es danach Anderen zu zeigen oder zu teilen. Tausend Mal besser ist es, den Moment zu genießen und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Denn schließlich kommt er nie wieder.

Leben leben

Kennt ihr diese Momente? Geht es euch manchmal auch so? Vermutlich tut uns Allen ein klein wenig weniger online und wieder mehr reales Leben gut. Ich jedenfalls werde nun mein reales Leben in vollen Zügen genießen. Auch wenn ich mir dabei Streichhölzer für die Augen besorgen sollte. Denn die ersten fast schlaflosen Babywochen zeigen langsam ihre Wirkung…

PS: Wie ihr seht ist auch bei der kurzen Fotografiereinheit ein tolles Bild entstanden 😉

1 Comment

  1. Christoph

    23. April 2018 at 8:57

    #iLike
    +1
    <3
    #FokussierungIstSoooWichtig

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