Kommunikation: Warum wir oft nicht verstanden werden

Kennt ihr das? Ihr habt genau im Kopf, was ihr eurem Partner in einem Streitgespräch sagen wollt, wie ihr euren Vortrag präsentieren oder eure Freundin von einer Idee überzeugen wollt. Doch am Ende kommt nicht mal annähernd das raus, was ihr euch im Kopf zurechtgelegt habt. Mir geht das total oft so. Die Folge ist, dass ich am Ende immer das Gefühl habe nicht verstanden zu werden, mich ungerecht behandelt fühle und das Thema des Streits nicht wirklich geklärt ist.

Klare Worte für eine bessere Kommunikation

Oftmals suche ich die Schuld dann bei den Anderen: Wieso versteht mich keiner, ist es so schwer zu machen was ich will? Das Thema verfolgt mich schon sehr lange. Nicht nur im Privatleben, sondern manchmal auch im Job. Mittlerweile weiß ich, wo das Problem liegt: Darin, dass ich mich oft nicht klar und deutlich ausdrücke und deshalb die falsche Botschaft bei meinem Gegenüber ankommt. Mir würde es in vielen Situation schon helfen, wenn ich mich klar ausdrücke, in einer einfachen Sprache spreche. Kurze Sätze, klare Ausdrucksweise, einfache Wörter. Nicht um den heißen Brei reden, direkt auf das zu sprechen kommen, was uns auf dem Herzen liegt.

Online Kommunikation

Gerade habe ich meinen ersten Buchbeitrag zum Thema Newsletter-Marketing im Rahmen der Online-Kommunikation verfasst. Das Buch erscheint voraussichtlich im März. (Ein wenig Eigenwerbung an dieser Stelle kann sicherlich nicht schaden). Warum ich das jetzt schreibe: Ganz einfach! Unsere Kommunikation hat sich in den letzten Jahren stark verändert, weg von direkten Gesprächen hin zu immer mehr Kommunikation über unterschiedliche Online-Kanäle wie WhatsApp, Facebook und Co. Diese Entwicklung hat nicht nur Gutes mit sich gebracht, sie hat uns Menschen auch ein wenig faul und vielleicht unfähig gemacht, richtig miteinander zu kommunizieren!

Denken bevor wir schreiben

Oft wenden wir die Art und Weise, wie wir online kommunizieren, auch in unserer sprachlichen Kommunikation an. Wir sprechen zu flapsig, treffen nicht den richtigen Ton oder sind zu direkt und taktlos. Auf Facebook zum Beispiel wird oft in einem Ton geschrieben, der meiner Meinung nach total unter die Gürtellinie geht. Menschen greifen andere Menschen grundlos an, werfen mit Worten, die sie gar nicht richtig verstehen, um sich und teilen ihr Meinungen ungefiltert mit. Das ist nicht in Ordnung und wirkt sich auch auf die tägliche Kommunikation fern der Onlinewelt aus.
Ich achte darauf mich sowohl online, als auch in Gesprächen so auszudrücken, dass ich mit meinen Worten niemanden verletzte. Natürlich habe ich eine Meinung und diese möchte ich auch vertreten, aber eben so, dass es Anderen nicht weh tut.

Emotionen zügeln

Da unser Sprachzentrum mit unserem Emotionszentrum verbunden ist, führt es früher oder später zu Problemen, wenn wir online immer nur unter dem Einfluss unserer Emotionen kommunizieren. Dieses Verhalten überträgt sich schleichend auf unser Verhalten in direkten Gesprächen. Wir sollten also immer darauf achten, unsere Online-Kommunikation nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, damit die Emotionen auch in persönlichen Gesprächen nicht die Überhand bekommen.
Auch die Einschätzung „Wer klar sprechen will, der muss innerlich klar sein“ der Kommunikationsexpertin Ursula Wawrzinek zielt darauf ab. Emotionen sollten vor einem Gespräch gescannt werden, damit wir wissen, warum wir gerade so fühlen wie wir fühlen. Erst durch diese Erkenntnis, können Emotionen auch klar formuliert werden. Kommunizieren wir zu emotional, wird es oft verletztend und unklar. Kommunizieren wir allerdings, nachdem wir wissen warum wir so fühlen, können wir das auch in Worte fassen: „Ich bin im Moment richtig wütend auf dich, da du wieder mal den Teller nicht in die Spülmaschine geräumt hast, obwohl wir das schon so oft besprochen haben.“ Wenn wir hier unsere Emotionen ungefiltert sprechen lassen, artet das Gespräch schnell aus.

Mit wem rede ich gerade

Wichtig ist auch, darauf zu achten, mit wem wir gerade sprechen. Sprechen wir mit unseren Kindern gleich wie mit dem Partner oder dem Kollegen? Natürlich nicht! Das sollten wir uns auch immer bewusst machen. Empathie ist das Stichwort. Wenn ich mich in die Person, mit der ich kommuniziere hineinfühlen kann, gelingt es meist besser, ein gutes Gespräch zu führen. Wir schneiden unsere Botschaft direkt auf uns Gegenüber zu. Eine Gefühlslage oder einen Sachverhalt einem Kind begreiflich zu machen benötigt andere Worte, als wenn wir mit unserem Partner darüber reden.

Der Ton macht die Musik

Ein Spruch der mir früher als Jugendliche regelrecht zum Hals herausgehängt ist, da meine Eltern ihn des öfteren gesagt haben. Jetzt, Jahre später kann ich sagen, sie haben absolut recht. Natürlich vergreifen wir uns mal im Ton, das ist völlig natürlich und menschlich. Allerdings sollten wir darauf achten, dass wir das nicht allzu oft tun. Denn viel mehr als der Inhalt des Gesagten, kommt der Ton beim Gegenüber an. Somit bestimmt unser Ton, ob der Gegenüber versteht, was wir zu ihm sagen. Wenn wir also sprechen, sollten wir uns immer fragen: Möchte ich in diesem Ton angesprochen werden? Wenn die Antwort darauf Nein ist, sollten wir schleunigst was daran ändern.

Beschreiben, nicht bewerten

Natürlich lässt es sich nicht vermeiden, in einem Gespräch auch zu urteilen und zu bewerten. Allerdings ist das für einen erfolgreichen Ausgang eines Gespräches nicht hilfreich. Sobald wir anfangen zu Bewerten und zu Beurteilen greifen wir unser Gegenüber direkt an. Besser ist es also, die Situation oder das Verhalten zu beschreiben, völlig Urteilsfrei. Nicht unbedingt einfach, aber nicht unmöglich. Ein bekanntes Beispiel: Eine Freundin oder ein Freund kommt sehr oft zu spät zu Verabredungen. Eine Reaktion auf das Verhalten kann sein: „Du kommst schon wieder zu spät, typisch, du bist total unzuverlässig.“ Eine Andere könnte so aussehen: „Du wolltest heute doch um 8 Uhr da sein, jetzt ist es 8:30 Uhr. Ist dir was dazwischen gekommen?“
Welche der beiden Reaktionen kommt wohl besser an?

Versucht eure Worte weise zu wählen, sie in einem guten Ton zu kommunizieren, eure Emotionen in Gesprächen zu zügeln und Andere nicht zu beurteilen, sondern Situation mehr zu beschreiben.
Dann klappt es auch mit dem Verstanden werden!

Ich werde jedenfalls versuchen, mir jeden dieser Punkte in mein Hirn einzubrennen, damit ich mich zukünftig nicht so oft mißverstanden fühle und meine Meinung/Ansichten besser kommunizieren kann.

PS: Auch diese wunderschöne Illustration ist von Melanie Lueken. Danke, Melanie!

Leave a Reply

Visit Us On FacebookVisit Us On PinterestVisit Us On Instagram