Lieber April, wo ist denn bitteschön die Stimmung

Ich schaue aus dem Fenster, es regnet. Meine Stimmung ist nicht gerade die Beste. Es ist April und das Wetter macht was es gerade will (der Reim war tatsächlich nicht beabsichtigt). Ich schaue wieder aus dem Fenster, es schneit. Hatte ich erwähnt, dass es April ist und man vor 2 Wochen schon im T-Shirt draußen rumlaufen konnte? Die ganz Harten sogar auch in kurzer Hose. Der April ist ja bekannt für seine undurchsichtige Wetterlage, aber Schnee? Im Ernst?

Hey du, April, kannst du dich jetzt endlich mal entscheiden

Ungefähr eine halbe Stunde später wage ich erneut das Experiment und schaue aus dem Fenster. Von der linken Seite ist es plötzlich so hell geworden, da muss ich doch mal nachschauen, was das ist. Ich traue meinen Augen kaum, die Sonne scheint. So richtig schön strahlt sie herab, vom eben noch ganz tristen Himmel. Meine Laune macht Anzeichen sich ein wenig zu bessern, ich merke ein kleines Lächeln auf meinen Lippen. Ich tippe also so vor mich hin, bin voll und ganz auf mein neues Konzept konzentiert das ich gerade ausarbeite. Es vergeht sicherlich eine Stunde, in der ich auf meinen Bildschirm fixiert bin. Dann muss ich mich mal strecken und den Kopf nach links und rechts drehen. Und dann nochmals nach links. Ich traue meinen Augen kaum: Es hagelt und der Himmel ist schwarz/grau gefärbt. Will das Wetter mich eigentlich verarschen. Gerade als sich meine Stimmung wieder auf einem Maß eingependelt hat, dass nicht nur für mich, sondern auch die Anderen erträglich ist, geht das Ganze wieder von Vorne los.

Stimmung, wir brauchen ein wenig Stimmung

Es ist ja bekanntermaßen erwiesen, dass das Wetter und die Jahreszeiten massiven Einfluss auf die Stimmung der Menschen haben. Ich bin ein absolutes Paradebeispiel. Meistens zumindest. Vor ein paar Jahren war mir das so noch nicht bewusst. Mir ist es dann erst aufgefallen, als ich jedes Jahr ungefähr zur gleichen Jahreszeit feststellen musste, dass meine Stimmung spurlos verschwunden ist und ich sie auch die nächsten Wochen vergeblich suchen werde. Der Winter macht mir teilweise echt zu schaffen. Wenn es tagelang wirklich nur grau ist, man den Himmel nur erahnen kann, einem morgens die Tränen beim Gähnen an den Augen festfrieren und alles vom Himmel kommt, was man sich so vorstellen kann, dann ist es ganz besonders schlimm. Dann würde ich mich am Liebsten in mein Bett verkriechen und nicht mehr aufstehen, bis der Winter vorbei ist. Quasi einen Winterschlaf machen, so wie die Schildkröten Max und Moritz von meinem Bruder. Aber als Mensch geht das natürlich nicht und als Mama erst recht nicht. Wobei ich sagen muss, die zwei Winter mit Kind waren zumindest von meinem Gefühl her nicht so schlimm, wie manche Winter davor. Diese Aussage beruht aber, wie gesagt, nur auf meinem Gefühl, meine Mitmenschen habe ich dazu noch nicht befragt.

Gelb, das knallt

Einfach ist sowas nicht, das kann ich euch sagen. Einfacher ist es aber geworden, seitdem ich weiß an was es liegt. Ohne Grund schlecht drauf zu sein, ist die eine Sache, aber mit Grund ist es doch einfacher. Vor allem weil man auch gezielt dagegen vorgehen kann. Heute zum Beispiel habe ich ganz unbewusst meinen knallgelben Pulli aus dem Schrank gezogen. Irgendwas hat mir wohl schon gesagt, dass es heute ein wenig Farbe braucht. Wobei die heute auch nur einen kleinen Teil zur Stimmung beigetragen hat. Musik im Auto aufdrehen und lauthals mitschreien hat da schon besser funktioniert. Und ja, das geht auch mit Kind. Sohnemann schaut mich anfangs immer ein wenig verwundert an, steigt dann aber zeitnah ins Headbangen mit ein. Ihr müsst euch an dieser Stelle auch keine Sorgen machen, die Musik ist natürlich nur so laut, dass die kleinen Kinderohren keinen Schaden davontragen.

Das Thema ist eigentlich sehr ernst. Trotzdem denke ich, dass es manchmal auch ein wenig Witz vertragen kann. Auch das hilft über die trüben Tage hinweg: sich und seine Stimmung nicht allzu ernst und sich auch mal gegenseitig auf die Schippe nehmen. Dann kann man sogar auch das ein oder andere Lächeln aus den Lippen pressen.

Ich für meinen Teil kann dem Tag ein versöhnliches Ende bereiten. Schreiben ist doch einfach die Beste Medizin.

Hier noch ein paar Anregungen und Tipps für die besonders grauen Tage und die absolut miesen Stimmungen:
  • Wenn man die Möglichkeit hat, einfach mal den Tag Tag sein lassen und sich im Schlafzimmer einschließen. Hilft zwar nicht langfristig, führt aber zumindest zu ein wenig Erholung.
  • Musik und zwar alles was laut ist und man mitbrüllen und wie von der Tarantel gestochen durch die Bude springen kann.
  • Frische Luft („Spinnt die jetzt eigentlich, so einen absurden Vorschlag zu machen!“) Ähh, nein, ich spinne nicht. Aber tatsächlich ist es so, dass frische Luft immer hilft und mit immer meine ich immer. Wenn es natürlich Katzen hagelt, ist dieser Vorschlag hinten anzustellen, aber ansonsten ist er immer eine Option. Schließlich kann man sich ja entsprechend anziehen.
  • Wenn man Kinder hat, bietet sich auch Fangen spielen in der Wohnung an oder Verstecken, das hebt die Stimmung auch ungemein, zumindest meine.
  • Sport: ob zu Hause, im Studio, im Bett, mit oder ohne Partner, egal. Hauptsache Bewegung und Auspowern. Endorphine ist das Schlüsselwort. Schlechte Stimmung ist Stress für jeden Körper, Endorphine wirken dagegen an.
  • Nichts geht über ein gutes Buch, einem gemütlichen Plätzchen mit Wärmflasche unter der kuschligen Decke und einem heißen Kaffee.
  • Für mich leider nicht mehr möglich, da unsere neue Wohnung zwar zwei Bäder, aber keine Badewanne hat: Ein heißen Bad, mit viel Schaum, Kerzen und ruhiger Musik.

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