Weihnachtskarten ganz Old School. Wer macht´s auch noch?

In manchen Sachen bin ich doch noch ein wenig Old School. Zum Beispiel im jährlichen Weihnachtskarten schreiben. Schon seit ich denken kann, bastle ich die Karten selbst, suche einen schönen Spruch aus, schreibe sie und verschicke sie per Post. Wie ich immer wieder aufs Neue feststellen muss, gehöre ich da zu einer aussterbenden Spezies. Das macht irgendwie so gut wie niemand mehr. Warum eigentlich?

Freuen wir uns nicht alle darüber, wenn im Briefkasten mal etwas anderes als Rechnungen, Werbung oder vielleicht eine Zeitschrift, die wir abonniert haben, ist? Also ich mich schon. Nur in meinem Briefkasten findet sich nicht oft etwas anderes als das Aufgezählte. Das finde ich schade. Auch zum Geburtstag macht sich keiner mehr groß die Mühe eine Karte zu schreiben. Stattdessen greift man zum Handy und schreibt schnell eine WhatsApp. Natürlich mache ich das auch, keine Frage. Jedoch versuche ich trotzdem, auch an Geburtstagen Karten zu schreiben oder kleine Geschenke zu verschicken, zumindest an die Menschen, die ich an diesen Tagen nicht persönlich sehen kann, weil sie zu weit weg wohnen.

Weihnachtskarten statt WhatsApp

Gerade an Weihnachten wird man doch mit irgendwelchen WhatsApp-Maßennachrichten bombadiert. Sei es ein Rätsel, einem von irgendjemand kreierten Bild aus Smileys oder ein Spruch, den hunderttausend Andere auch noch verschicken. Ich finde das mittlerweile oft einfach nur noch lästig. Es hat nichts besonderes, ist verschickt, dass es verschickt ist und an den Menschen auf der anderen Seite hat man erst nicht gedacht. Warum sind wir heute so? Heutzutage gibt es doch meist sowieso nicht mehr so viele richtige Freunde, der Aufwand würde sich also in Grenzen halten, wenn man es als Aufwand sieht. Jedoch sollte es das gar nicht sein, für Menschen die einem am Herzen liegen. Und wer seine 100te von Facebook Freunden dazuzählt, nun gut. Da tut es dann auch ein Spruch, den jeder bekommt.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich hier mit meinen Mitmenschen hart ins Gericht gehe. Mir ist es aber wichtig, dass wir wieder anfangen über solche Kleinigkeiten nachzudenken, vielleicht umdenken, um wieder ein wenig mehr Menschlichkeit in diese Welt zu senden. Dafür muss ich mich auch an die eigene Nase fassen. Mittlerweile  greife auch ichzu oft  zum Telefon um eine kurze, nicht mal groß persönliche Nachricht zum Geburtstag zu versenden, anstatt eine Karte zu schreiben oder kurz den Hörer in die Hand zu nehmen und anzurufen. Das möchte ich auch wieder ändern. Manchmal denke ich, wäre gar nichts besser als sowas.

Da mir das Basteln und sich immer wieder neue Ideen zu überlegen großen Spaß macht, ist es natürlich ein leichtes, Weihnachtskarten selbst zu basteln. Dazu hat nicht jeder Lust, vielleicht auch keine Zeit. Für mich spricht auch nichts gegen gekaufte Karten. Es geht um den Gedanken, die Bemühung dahinter in den Laden zu gehen, eine Karte zu kaufen, sie zu schreiben und dann zu versenden. Natürlich kostet das auch Geld, keine Frage. Doch seien wir mal ehrlich, es hält sich in Grenzen und kommt ja nun auch nicht so oft im Jahr vor. Ich verschicke immer zwischen 10 und 15 Karten. Manche davon werfe ich auch persönlich ein, wenn die Menschen in meinem Umfeld wohnen. Ich denke bei jedem Anderen werden es auch nicht arg viel mehr sein. Die Kosten sind für mich also kein Argument.

Faulheit siegt über Freude

Der einzige Grund, den ich mir vorstellen kann, warum noch so wenig Karten versendet werden, ist Faulheit. Und das zählt bei mir fast nie als Argument. Es ist ein Totschlägerargument und kann ja für alles hergezogen werden. Zeit spiel da vielleicht doch noch eine größere Rolle und kann manchmal als Argument geltend gemacht werden. Jedoch bin ich auch hier der Meinung, wenn einem etwas wichtig ist, kann man sich auch die Zeit dafür nehmen.

Die Rückmeldungen, die ich jährlich zu meinen Karten bekomme, sind durchweg positiv. Immer höre ich ein strahlen in der Stimme heraus oder sehe ich es im Gesicht. Nicht das ich eine Reaktion erwarten würde. Meine Freude über die Reaktion ist dennoch jedes Mal groß. Und mal ehrlich, würde es euch nicht genauso gehen, wenn ihr eine Weihnachtskarte im Briefkasten finden würdet, mit ein paar schön ausgewählten Worten? Ich denke schon…

Es elcht auf unseren Weihnachtskarten

Dieses Jahr habe ich mir eine Karte mit Elchen ausgesucht. Ist ganz einfach. Die Nase wird aus Fingerfarben mit einem Fingerabdruck gemacht, die Augen und das Geweih aufgemalt. Den Schriftzug kann man entweder selbst schreiben oder mit einem kleinen Gerätchen ausdrucken, so wie ich. War super schnell gemacht, sieht sehr witzig aus und ist einfach nur schön schlicht, so wie ich es mag. Als diesjährigen Weihnachtsspruch haben ich mir folgenden ausgesucht:

Weihnacht´ wie es früher war

Ich wünsche mir in diesem Jahr,
mal Weihnacht´ wie es früher war.

Kein Hetzen zur Bescherung hin,
kein Schenken ohne Herz und Sinn.

Ich wünsche´ mir eine stille Nacht,
frostklirrend und mit weißer Pracht.

Ich wünsche mir ein kleines Stück,
von warmer Menschlichkeit zurück.

Ich wünsche mir in diesem Jahr,
´ne Weihnacht, wie als Kind sie war.

Es war einmal, schon lang ist´s her,
da war so wenig – so viel mehr.

In diesem Sinne: Es ist noch nicht zu spät für ein klein wenig weniger von allem, mehr Menschlichkeit und ein paar Weihnachtskarten.

Fröhliche Weihnachten euch allen!

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