Weihnachtswunder statt Päckchen! Wie ihr dem Geschenkeüberfluss ein Ende setzt!

Es ist wieder soweit: Wir fangen an uns Gedanken darüber zu machen, was wir unseren Kindern, dem Partner, den Eltern und Geschwistern zu Weihnachten schenken. Jedes Jahr das selbe Spiel. Vielleicht haben wir schon eine Idee, vielleicht rennen wir aber auch planlos in den Geschäften umher, um etwas passendes zu finden. Ist das wirklich Sinn und Zweck?

Qualität statt Quantität

Gerade bei Kindern haben wir oft das Maß verloren. Doch was genau und wie viel ist angebracht? Sollte das nicht jeder für sich selbst entscheiden? Ja, natürlich muss das jede Familie für sich selbst entscheiden. Mir ist es jedoch wichtig allen ein paar Denkanreize mit auf den Weg in die Weihnachtszeit zu geben. Die Bilder von völlig überforderten Kindern, die nicht wissen welches Geschenk sie zuerst aufmachen sollen. So viele Spielsachen haben, dass sie gar nicht mehr wissen, mit was sie zuerst spielen wollen, die finde ich mittlerweile einfach unerträglich. Brauchen unsere Kinder wirklich alles? Mit 2 Jahren schon eine Spielküche, Werkbank, sämtliche Sachen von Duplo, Holzeisenbahn, Rennbahn, Autos, Puzzle, Spiele, Bücher…. Mir würde es nicht schwerfallen die Liste noch zu erweitern. Natürlich hat unser Junior auch viele Spielsachen. Allerdings muss ich doch immer wieder feststellen, dass er zum Glück nicht zu den Kindern gehört, die alles haben. Mir war und ist das wichtig. Ich möchte nicht, dass mein Kind im Überfluss von Spielsachen aufwächst. Ich möchte, dass er sich auch an wenigen Dingen erfreut und sich damit beschäftigen kann. Deshalb räume ich regelmäßig Spielsachen weg, um sie Wochen später wieder aus dem Hut zu zaubern. Die Freude darüber ist meist genauso groß, wie wenn er etwas neues bekommt. Lieber kaufe ich hochwertige Spielsachen, als viele Spielsachen. Das versuche ich so auch meiner Familie weiterzugeben.

„Mama bestimmt über meine Spielsachen“

Ich bin mir sicher, dass einige von euch nun denken, was ist dass denn für eine Mutter. Bestimmt über alles und jeden. Mir ist das aber wichtig und es gehört zu den Werten, die ich im Leben an meine Kinder weitergeben möchte. Wir haben von allem doch so oder so schon genug, da muss es doch nicht immer noch mehr sein. Der Überfluss in dem wir heute leben macht uns das Leben doch nicht gerade einfacher. Er kostet Zeit, Geld und auch Nerven. Ich möchte meine Kinder nicht bevormunden, nicht darüber bestimmen, was sie haben sollen und was nicht. Zumindest nicht komplett. So lange sie aber noch so klein sind und sich auch über wenige Geschenke freuen, ist es mir wichtig ihnen genau diesen Gedanke mit auf den Weg zu geben: Man braucht nicht immer viel, um glücklich zu sein und sich freuen zu können. Und mal ehrlich, welches Kind freut sich manchmal nicht viel mehr über eine stinknormale Spülbürste von Ikea, als über ein großes, lautes Spielzeug, das sie meistens sowieso nur überfordert.

Unternehmungen sind wertvoller als Materielles

Auch kleinen Kindern kann man mit einem Besuch in den Zoo oder ins Schwimmbad eine große Freude machen. Warum verschenkt man also nicht viel öfters an seine Enkel oder Neffen einfach mal einen Unternehmungsgutschein? Das schenkt die sogenannte Quality-Time mit geliebten Personen, Spaß und Freude noch mit dazu. Mir jedenfalls gefallen Unternehmungsgeschenk auch als Erwachsene meistens viel besser als materielle Sachen.

Da unser Junior kurz vor Weihnachten Geburtstag hat, finde ich es schwer zu entscheiden, was und wie  viel man jeweils schenken soll. Dieses Jahr gab es von meiner Familie ein großes Geschenk von Duplo und von den Schwiegereltern ein Laufrad. Zu Weihnachten wird es dann nur noch eine Kleinigkeit wie Süßes und vielleicht ein kleines Spielzeugauto geben. Das ist an einem Tag dann auch genug des Guten für ein 2-jähriges Kind.

Und wo ist nun das Weihnachtswunder?

Da ich der Meinung bin, dass meine Familie auch schon fast alles hat was man so haben kann, habe ich beschlossen, dieses Jahr keine Geschenke zu kaufen (ein wenig Süßes wird es natürlich trotzdem für jeden geben). Dafür werde ich das Geld, welches ich in Geschenke investiert hätte, an das gerade neu eröffnete Kinderhospiz in Stuttgart spenden. Wenn ich alles zusammen rechne kommt da dann ein kleiner aber feiner Betrag zusammen. Schon beim Gedanken an diese kleinen Wesen, die ihr Leben gerade erst begonnen haben, damit es ihnen nach viel zu kurzer Zeit wieder genommen wird, könnte ich schamlos losheulen. Wer würde nicht so gerne etwas tun, damit diese kleinen Engel noch viele Jahre auf Erden haben. Doch sowas liegt nicht in unserer Macht. Vielmehr kann ich aber dafür sorgen, dass ihre letzten Stunden und Tage wunderschön, hoffentlich trotz all dem Leid lustig und auch für die Familie unvergesslich werden. Und das ist überhaupt nicht schwer! Auch schon im letzten Jahr, als es gerade im Aufbau war, habe ich gespendet. Dieses Gefühl, etwas gutes getan zu haben gibt einem so viel mehr als sämtliche Geschenke!

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern (afrikanisches Sprichwort)

Ich möchte mich hier nicht als guter Samariter hinstellen. Darum geht es mir überhaupt nicht. Vielmehr möchte ich die Welt da draußen sensibilisieren, euch ans Herzen legen über euren „Überfluss“ nachzudenken, ob es das 20. Paar Schuhe zu Weihnachten wirklich braucht oder ob das Geld nicht besser bei Menschen aufgehoben ist, die es viel nötiger haben! Gerade Weihnachten, das Fest der Liebe drängt, sich nahezu auf, um sich diese Fragen zu stellen und seinen kleinen Beitrag zum große Glück zu leisten. Denkt einfach mal drüber nach. Ich bin mir sicher jedem einzelnen von euch fällt sofort etwas ein, wodurch er die Welt ein klein wenig wärmer und schöner für Andere machen kann!

Und falls euch die Idee mit dem Kinderhospiz gefällt, hier könnt ihr spenden: Kinderhospiz Stuttgart

PS: Auch diese wunderschöne Illustration ist von Melanie Lueken. Danke, Melanie!

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