Weniger müssen, mehr wollen – Eine neue Art zu leben

Ich brauche Veränderung. Auf allen Ebenen. Nicht weil ein neues Jahr begonnen hat, sondern weil ich das Gefühl habe, dass ein wenig neuer Wind in mein Leben muss. Und damit meine ich keine großen Veränderungen. Nein, ich meine die kleinen Dinge im Leben. Denn ich bin der Überzeugung, dass auch viele kleine Sachen Großes bewirken können. Wie schon in meinem letzten Beitrag 1000 Fragen an mich selbst Part 1 mache ich mir seit längerer Zeit intensive Gedanke über mich selbst: Wer bin ich eigentlich? Bei diesen Überlegungen bin ich auf ein paar Themen gestoßen, bei denen ich der Meinung bin, dass sie mich näher zu mir selber führen werden. Da komme ich an Veränderungen also nicht drum rum. Diese fühlen sich aber nicht an wie ein Zwang, sonst wäre es sicherlich nicht richtig. Ganz im Gegenteil, sie fühlen sich genau richtig und an der Zeit an. Weniger müssen, mehr wollen!

Weniger ist mehr, Freiraum schaffen

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich die Tage meinen Blog ein wenig „umgestaltet“. Irgendwie war mir alles zu groß, zu reduziert auf eine Sache (Beitrag) und einfach nicht mehr meinen Vorstellungen entsprechend. Also habe ich kurzerhand gehandelt. Nun hat man einen besseren Blick über die Gesamtheit der Dinge, es ist schlichter, nicht mehr so aufgeregt, vielleicht ein wenig mehr wie ich selbst. Es gibt mehr Freiraum fürs Auge, so zumindest mein Empfinden. Und tatsächlich wird dieses Wörtchen „Freiraum“ zu einem sehr wichtigen in meinem Leben werden. Ich brauche mehr davon, am Besten jeden einzelnen Tag. Und damit meine ich nicht nur mehr Zeit für mich. Vor allem meine ich auch mehr Platz, sowohl in der Wohnung als auch in meinem Kopf. Seit meiner einjährigen Reise durch Australien weiß ich, dass man nicht viel Materielles braucht, um sich wohl zu fühlen. Ganz im Gegenteil, weniger ist in diesem Fall viel mehr. Schon seit meiner Rückkehr versuche ich darauf zu achten, nicht mehr sinnlos Dinge zu horten und zu kaufen. Das fängt bei Kleidung an und hört bei Deko auf. In den letzten Monaten haben viele meiner Sachen den Besitzer gewechselt. Entweder durch ebay Kleinanzeigen, durch Verschenken oder einfach nur Wegwerfen, wenn es absolut nicht mehr zu gebrauchen war. Freiraum zu schaffen ist ein wunderbares Gefühl. Und je mehr man es macht, desto besser wird man darin. Ich bin auch noch kein Profi, aber ich übe täglich. In der Küche habe ich letztens angefangen. Da hat man meistens auch zu viel von Allem. Nach meiner Schwangerschaft werde ich mir erneut den Kleiderschrank vornehmen. Das möchte ich aber wirklich erst machen, wenn ich auch wieder in die Klamotten passe. Jetzt lässt sich eher schwer beurteilen, was ich noch behalten will.

Weniger Müssen, mehr wollen

Was mir in letzter Zeit auch immer bitterer aufstößt, sind Sachen machen zu müssen, weil sie andere Menschen von mir verlangen. Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass manche Dinge im Leben einfach notwendig sind. Ob wir sie nun wollen oder nicht. Darum geht es mir nicht. Auch hier geht es wieder um die kleinen Dinge, das Alltägliche. Eltern haben ja auch oft die Angewohnheit, Dinge von ihren Kindern zu verlangen, die wir Kinder gar nicht wollen. Natürlich lässt das mit dem Alter nach, aber ganz aufhören wird es wohl nie. Auch der Partner, Freunde oder der Arbeitgeber. Schlichtweg einfach alle Menschen in meinem Umfeld. Auch hier will ich aufhören Dinge zu tun, die von mir erwartet werden, weil es sich vielleicht gehört. Ich bin alt genug um alleine entscheiden zu können, was sich gehört und was ich will oder eben auch nicht. Natürlich möchte ich niemand vor den Kopf stoßen, schon gar nicht den Menschen, die ich liebe. Jedoch möchte ich auch keine Sachen mehr tun, hinter denen ich nicht zu hundert Prozent stehe, nur um es allen Recht zu machen. Die Bereiche, in denen man keine Wahl hat etwas zu Müssen, sind doch schon breit gefächert, warum dann noch künstlich mehr davon schaffen, wo es eigentlich gar nicht notwendig ist.

Zu seiner Meinung stehen und diese auch vertreten

Wir können im Leben nicht allen Menschen gefallen. Ich gehöre aber zu der Kategorie Mensch, die es bisher krampfhaft versucht hat, den meisten Menschen zu gefallen. Super anstrengend und mit der Konsequenz, dass ich selbst eben oft zu kurz komme. Ehrlich bin ich meistens, doch oftmals halte ich auch meine Meinung hinterm Berg, nur um auf keine Konflikte zu stoßen. Damit soll nun auch Schluss sein. Reibungen gehören zum Leben, genauso wie Wärme. Und Reibung erzeugt bekanntlich Wärme. Und wenn mal ein Feuer drauß wird, auch egal. Ich will gar nicht mehr jedem gefallen. Tatsächlich habe ich das Gefühl, seit ich die drei als erste Zahl in meinem Alter habe, vieles dazu gelernt zu haben. An Wissen über diese Sachen mangelt es mir nicht, vielmehr an der Umsetzung. Es ist wohl doch was Wahres dran am Spruch, im Alter wird man schlauer.

Zweifach-Mama ein Leben lang

Die größte Veränderung in diesem Jahr ist ganz klar der neue Familienzuwachs. Mein zweiter Sohn wird nochmals alles auf den Kopf stellen. Vermutlich werde ich danach Dinge auch nochmals anders einordnen. Aber auch für diesen neuen Lebensabschnitt habe ich mir etwas vorgenommen. Einfach ein wenig ruhiger und relaxter zu werden. Die Jungs auch mehr machen lassen, was sie gerade so im Kopf haben. Und vor allem mit mehr Bauchgefühl und weniger Kopf an die Sache herangehen. Von außen wird einem so oft aufdiktiert, was richtig und was falsch ist bei der Erziehung. Doch es gibt weder das Eine noch das Andere. Es gibt meine zwei Jungs, meinen Freund und mich. Und wir vier werden es genau so machen, wie es für uns passt. Und dann ist es auch genau richtig. Zweifel darüber, ob ich alles richtig mache als Zweifach-Mama und ob ich allem so gerecht werden kann, wie ich mir das wünsche, wird es wohl immer geben. Klar ist aber auch, je mehr ich bei mir bin, desto näher bin ich bei meinen Kindern und kann ihnen eine wundervolle Mama sein.

Diese Dinge sind wohl erst der Anfang. Oft kommen die Wörtchen weniger und mehr vor. Weniger von allem und mehr von mir. Ich kann gar nicht sagen, wie ich mich auf die nächsten Wochen und Monate freue. Auf die neuen Herausforderungen als Zweifach-Mama, den Weg weiterzugehen um näher zu mir zu kommen. Zu schauen was ich alles schaffen kann, wenn ich mich wirklich auf den Mensch konzentriere, der ich bin und nicht den, der ich sein soll.

Mark Twain
Eine Gewohnheit kann man nicht einfach zum Fenster hinauswerfen. Man muss sie Stufe für Stufe die Treppe hinunterlocken.

Meine Veränderung hat tatsächlich schon vor Längerem in meinem Kopf begonnen. Jetzt gilt es sie nach außen zu kehren und zu handeln, nicht nur zu denken und in alten Mustern weiterzumachen. Und was soll ich sagen: schon jetzt fühle ich mich mehr bei mir, als noch vor ein paar Tagen.

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