So meine Lieben: Heute darf ich euch nun die frohe Botschaft verkünden! Wir sind schwanger, ach ne, ich bin schwanger und wir werden zum zweiten Mal Eltern. Wahnsinn oder? Ich kann es ehrlich gesagt selbst noch nicht so recht begreifen…

Lange habe ich überlegt, wie ich diese Neuigkeit in meinem Blog bespielen möchte. Eins ist für mich klar: Dickbauchbilder wird es von mir keine geben, das gibt es meiner Meinung nach schon genügend im Netz. Ich werde euch auch nicht ständig damit belästigen, wie es mir geht und dass ich an manchen Morgenden einfach nur kotzen könnte. Nein, das mache ich nicht. Was genau ich mache, weiß ich ehrlich gesagt auch noch nicht, aber es wird vieles zu Lesen geben. Nichts über die Geburtsvorbereitung, das werde ich dieses Mal keine machen. Die Letzte ist ja noch nicht so lange her und so mega viel gebracht hat es mir, um ehrlich zu sein, auch nicht.

Es ist nicht schön, aber wichtig dass wir drüber reden

Ist jetzt vielleicht ein wenig komisch, dass es in diesem Beitrag mit froher Kunde gleich richtig zur Sachen gehen wird. Aber es ist mir sehr wichtig und vor allem hat alles eben auch so anfangen und eine lange Zeit auch nicht aufgehört. Männer, hören jetzt am Besten auf zu Lesen (selten blöd sowas zu sagen, ich weiß. Aber glaubt mir, es ist vielleicht das Beste). Auch wenn ich eben noch geschrieben habe, dass ich nicht darüber schreiben werde, wie es mir geht, tue ich es in gewisser Weise nun doch. Eine Sache, die mich von Beginn der Schwangerschaft an und auch schon in der Letzten verfolgt hat, sind Blutungen. Mittlerweile hasse ich das Wort so sehr, dass ich es nicht mal mehr in den Mund nehmen will. Ich habe lange überlegt, ob ich dieses doch sehr persönliche Thema hier überhaupt aufgreifen will. Am Ende war mir klar, dass ich es einfach muss. Das bin ich den anderen werdenden Mamas da draußen, die durch die gleiche Scheiße (sorry für dieses obszöne Wort, aber es trifft es leider am Besten) gehen müssen wie ich, schuldig. Im Netz wird so viel darüber geschrieben, es wird viel darüber geredet und meistens bekommt man in Verbindung mit Blutungen oft das Wort Fehlgeburt zu lesen. Und glaubt mir, ich habe bestimmt jeden einzelnen Beitrag, den man in Netz so finden kann, dazu gelesen und das wahrscheinlich nicht nur einmal. Es ist nicht schön. Meistens sind es wirklich nur Horrogeschichten, Geschichten die einem wenig Mut machen und man danach noch verrückter ist als davor. Ich bin mir bewusst, dass es oft der Fall ist, dass Blutungen mit einer Fehlgeburt einhergehen, da möchte ich auch gar nichts beschönigen. Aber ich bin mir auch darüber bewusst und habe es zwei Mal am eigenen Leib erfahren, dass es auch anders geht.

Blutungen sind nicht selten in der Schwangerschaft

Viele Frauen in der Frühschwangerschaft haben Blutungen, das liest man oft. Leider steht meistens nie dabei wie oft. Ich hatte schon vor positivem Test und ungefähr drei Wochen danach jeden Tag leichte Blutungen. Ab der 9. Schwangerschaftwoche haben sie dann, vielleicht Dank Utrogest, nachgelassen und sich auf 1 Mal die Woche reduziert. Wir sprechen hier von nicht viel, aber es war immer präsent.

„Das ist eine ganz schöne Zitterpartie“

Es gibt wohl unterschiedliche Gründe für Blutungen, die nicht immer das Ende bedeuten müssen. Ich werde diese hier nicht erläutern, da ich kein Arzt bin. Ein guter Arzt kann euch da aber ganz bestimmt helfen. Bei mir war es eine Ärtzin im Krankenhaus, die mir alles wunderbar erklärt hat, so dass ich es auch verstanden habe und damit weitermachen konnte. Meine Frauenärztin hat mir am Anfang wenig geholfen mit der Situation umzugehen. Sie hat von einer „Zitterpartie“ gesprochen, die Arzthelferinnen habe mich zwei Mal gefragt als ich mich angemeldet habe, ob die Schwangerschaft noch intakt ist. Mal ganz ehrlich, dass will keine schwangere Frau hören, schon gar keine die Blutungen hat und sowieso schon an der Grenze ihrer nervlichen Belastung lebt. Wöchentlich sollte ich zur Kontrolle kommen. Meine Aufregung war jedes mal so groß, dass ich am Liebsten einfach nur geheult hätte. Aber jedes Mal war alles gut: Das Herzchen schlägt, das Baby wächst, alles sieht wunderbar aus. Warum dann aber trotzdem immer diese Wörter, die bei mir für noch mehr Verunsicherung sorgen. Sollte ein Arzt nicht genau das Gegenteil bewirken?

Ein nervliches Frack

Bis zum meinem Krankenhausbesuch in der 9. SSW war ich ein nervliches Frack. Immer kurz vor dem Heulen, die Angst um mein zweites Baby war so groß, dass ich oft nicht klar denken konnte. Im Krankenhaus war ich eigentlich nur zur Akupunktur bei meiner Hebamme. Wegen sämtlichen anderen Schwangerschaftwehwehchen (ich habe ja versprochen, euch damit zu verschonen)! Da aber bis dahin die Blutungen nicht aufgehört hatten und meine Frauenärztin im Urlaub war, meinte meine Hebamme, ihre liebe Kollegin soll einfach mal schauen, ob alles okay ist. Das hat sie dann auch getan, und eigentlich noch viel mehr als das. Sie hat es durch ihre Erläuterungen, die Verschreiben von Utrogest und ihrer liebenvollen Art geschafft mich zu beruhigen. Das hat bis dahin keine/keiner geschafft.

Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Hätte mich drauf einstellen müssen, dass auch die zweite Schwangerschaft am Anfang so wird. Ich hatte aber die Hoffnung, dass es anders wird. Mit Blutungen kann man nicht beruhigt und fröhlich schwanger sein. Ich konnte es in den ersten Monaten nie richtig genießen, da die Angst einfach zu groß war. Warum ich nicht in der Lage war die Situation als eine „Zeit der guten Hoffnung“ anzunehmen und auf meinen Körper zu vertrauen weiß ich nicht. Es war mir einfach nicht möglich. Nach meinem Krankenhausbesuch wusste ich aber, so kann es nicht weitergehen. Seitdem gelingt es mir besser damit umzugehen. Ich bin ruhiger geworden und versuche genau nach dem Prinzip Hoffnung zu denken und meinem Körper zu vertrauen, er wird schon wissen was er tut.

Das Internet ist Gift

An alle Frauen da draußen, die auch mit dieser Scheiße zu kämpfen haben. Ich habe genau einen Tipp für euch: Fangt um Gottes Willen nicht an, auf Google zu suchen und zu lesen oder hört sofort damit auf, wenn ihr es macht. Es ist das reinste Gift und bringt überhaupt gar nichts. Ich hatte mich leider nicht immer im Griff, das Ergebnis war immer ein viel größeres Häufchen Elend als vor der Suche. Lasst es einfach bleiben. Versucht euch abzulenken und zu hoffen und zu vertrauen. Diese Zeit wird nicht ohne Angst, Tränen und schlaflosen Nächten vorübergehen. Aber sie wird vorüber gehen und meistens ist am Ende dann doch alles gut.

Nachdem nun die ersten 15 Wochen vorbei sind und unser kleines Spätzchen wächst und gedeiht, kann ich nun endlich entspannen und mich freuen. Ich bin so glücklich und freue mich auf alles was kommt. Das 1. Trimester ist wohl für keine schwangere Frau eine richtig entspannte Zeit, für eine Frau mit Blutungen kann es aber die reinste Hölle sein!