Zwei Welten – ein Leben!
Australien – Deutschland

Vor nicht allzu langer Zeit sah mein Leben noch völlig anders aus. Ich lebte aus einem 15 Kilo schweren Rucksack, war frei und ungebunden, morgens wusste ich manchmal nicht wo ich abends sein werde und mein Daheim war damals tausende von Kilometern von Deutschland entfernt.

Ende 2012 hatte ich mich dazu entschieden, mir einen Jugendtraum zu erfüllen: 1 Jahr nach Australien zu gehen. Ich habe also meinen Job gekündigt, meine Wohnung aufgegeben und fast alle Möbel verkauft. Mein Hab und Gut hat in ein paar Kisten gepasst, die bei meinen Eltern Unterschlupf gefunden haben. Von meinem heißgeliebten Auto konnte ich mich nicht trennen, das ist dann in die Obhut von meinem Papa gekommen. Die Entscheidung war am Ende ganz einfach, auch wenn es dann, als der Abflugtag immer näher rückte, schon ein wenig komisch wurde.

Mein erster Blog: Dreaming tracks Australien

Damals habe ich meinen ersten Blog geschrieben. Anfangs eigentlich nur, um meine Familie und Freunde auf dem Laufenden zu halten und nicht jedem in einzelnen Mails immer das Selbe erzählen zu müssen. Und um meine Erinnerungen festzuhalten. Am Ende war es für mich dann auch wie eine Verbindung nach Hause. Und das witzige ist, dass er heute wie eine Verbindung in eine Zeit ist, die mir manchmal Lichtjahre entfernt vorkommt.

Ich werde hier immer mal wieder ein paar Geschichten von damals aufgreifen. Ein wenig in der Vergangenheit schwelgen, so zu sagen.

Frei wie ein Vogel

Aber nochmals zurück zum Anfang des Beitrags. Wenn ich mein heutiges Leben mit damals vergleiche, scheint ein Vergleich fast unmöglich. Frei und ungebunden fühlt man sich als Mama natürlich nicht mehr. Man hat Verantwortung und weiß auch immer, wo man abends einschläft. Davon mal abgesehen kann ich mir im Moment nicht vorstellen, aus einem 15 Kilo schweren Rucksack zu leben. Da würde für meine Sachen nicht viel Platz bleiben, da die Sachen von Mr. M so ziemlich den ganzen Platz einnehmen würden. Jeden Tag aufs neue zu entscheiden, was man machen möchte, wo man hingehen möchte und mit wem seine Zeit verbringen,  ist heute natürlich auch nur schwer umsetzbar. Die Fragen beantworten sich eigentlich von selbst, da muss ich morgens nicht großartig darüber nachdenken. Der Entscheidungsspielraum für meine Tagesgestaltung ist stark eingegrenzt. Unglaublich, dass ich diese Entscheidungen tatsächlich mal täglich treffen konnte.

Zwei Welten, ein Leben

Ich denke so oft an diese Zeit zurück. Wie ich in Sydney im Hafen auf einem Felsen saß und die Schiffe beobachtet habe. Die Möwen, die Wellen, den weiten Himmel. Die Zeit war damals noch nicht gegen mich. Stundenlang konnte ich da sitzen, mit einem Becher Kaffee in der Hand, meiner Musik auf den Ohren und die Welt einfach nur Welt sein lassen. Völlig gelassen, entspannt und mit mir im Reinen.

Genau diese Erinnerung hilft mir in besonders anstrengenden Zeiten. An Tagen, an denen ich nicht weiß wo oben und unten ist. Dann träume ich mich auf meinen Felsen zurück, lasse für einen kurzen Moment die Zeit Zeit sein und bin ganz bei mir selbst.

Jede Phase hat seine Zeit

Auch wenn ich mich damals frei und ungebunden gefühlt habe, hat mir auch oft was gefehlt. Das Gefühl eines sicheren Hafens, ein festes Zuhause und eine/meine Familie. Und heute bin ich überglücklich, genau das zu haben: Einen Platz, zu dem ich jeden Tag kommen kann, mein Zuhause, mein Hafen, meine Familie. Ich bin sehr froh, dass ich mich damals zu dem Schritt ins Ungewisse entschieden habe. Diese Zeit bleibt für immer in meinem Herzen, sie hat mich mit zu dem gemacht, was ich heute bin. Sie hat mich auf die heutige Zeit vorbereitet. Ich glaube sogar, dass mich diese Erfahrung zu einer besseren Mama macht. Ich habe viel gesehen und erlebt, das alles kann ich an mein Kind weitergeben.

BELIEVE IN YOUR DREAMS

vor 10 Monaten

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