Die Sache mit der Zeit und davon, dass ich keine habe

In letzter Zeit habe ich viel darüber nachgedacht, wie oft ich eigentlich sowas wie, „Dazu habe ich keine Zeit“ oder „Da habe ich keine Zeit“ oder „Ich muss mal schauen, ob ich dazu Zeit habe“ sage oder denke. Egal wie, es läuft immer auf das Gleiche hinaus: Ich habe keine! Und obwohl ich keine habe, dreht sich doch so vieles, wenn nicht manchmal alles um sie. Wie kann das sein? Also, dass sich sowohl alles um sie dreht, als auch, dass ich keine habe. Und ist das vielleicht ein Phänomen der heutigen Zeit oder einfach nur mein ganz persönliches Problem?

Fragen über Fragen

Ich versuche immer wieder mich ungefähr 10 Jahre zurück zu versetzen und mich zu erinnern, ob es mir damals auch schon so ging. Zwar lässt mein Langzeitgedächtnis manchmal zu wünschen übrig, aber diesbezüglich bin ich mir recht sicher: Zeit war damals nicht so ein großes Problem. Was natürlich wiederum die Frage aufwirft, was hat sich von damals zu heute so stark verändert, dass ich keine Zeit habe?

Grundsätzlich ist einfach das komplette Leben schneller geworden. Wir sollen immer mehr, in immer kürzerer Zeit schaffen. Dazu machen wir mehrere Dinge gleichzeitig, weil wir ja gar so multitaskingfähig sind und uns ständig beweisen müssen, was wir alles in 24 Stunden geschafft bekommen. Die sozialen Medien bieten sich als Plattform der Selbstdarstellung wunderbar an, jedem zu zeigen, wie viel wir in kurzer Zeit abgenommen haben, was eine Mama alles an einem Tag schaffen kann und dass wir um 22 Uhr immer noch im Büro sind, da wir ja gar so arbeitswillig sind. Nicht mal mehr zum Abnehmen darf man sich heutzutage Zeit nehmen.
Zudem verschafft uns das kleine Gerät, von dem heute mehr Menschen abhängig sind, als von Zigaretten, so viele Möglichkeiten. Hier noch schnell eine E-Mail beantworten, zu jeder Zeit einen Anruf entgegennehmen und per WhatsApp Minimum 10 Nachrichten pro Tag schreiben.

Ich liebe mein Telefon, keine Frage

Aber manchmal geht mir der Druck, den es ausstrahlt, schon gewaltig auf den Zeiger. Wenn ich auf eine Nachricht nicht innerhalb kürzester Zeit antworte, fühle ich mich schon schlecht oder bekomme einen Anschiss, weil ich eben nicht geantwortet habe. Der Zeitdruck, der von diesem kleinen Teil ausgeht ist also schon enorm. Oder sind es nur die Menschen, die dahinter stecken? Beziehungsweise deren Erwartungen? Schließlich kann man eine WhatsApp ja auch einfach mal zwischendrin schreiben, in der Bahn, in der Pause oder auf dem Klo, da hat man ja Zeit dazu. (Bis vor Kurzem habe ich im Übrigen noch genauso gedacht!)

Mir geht diese ganze Rennerei auf die Nerven

Die Zeit, die ich quasi nicht habe, sitzt mir schon früh morgens im Nacken. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ich bin Gott froh, dass ich Gleitzeit habe, sonst wäre es morgens noch schlimmer. So kommt es auf 5 Minuten hin oder her nicht an. Wenn ich aber dann mal 30 Minuten länger arbeiten muss, hab ich schon ein größeres Problem. Da ist nichts mehr mit langsam und gemütlich: Schnell zum Auto rennen, schnell zur Kita fahren, schnell das Kind abholen (was das größte Problem darstellt) und schnell zum nächsten Termin hetzen. Nirgendwo kann man gemütlich ein Schwätzchen halten oder einfach mal kurz hinsitzen und durchatmen. Arzttermine, Einkaufen, Haushalt, Mutter-Kind-Turnen, Familie, Hobbies, Freunde treffen, Oma und Opa besuchen, Zumba usw. sind nicht alles Sachen, die man machen muss, aber eben machen will. Will ich also neben der Arbeit und dem Mama sein zu viel? Manchmal vielleicht schon, manchmal sind es aber auch einfach ganz normale Bedürfnisse, die man hat. Zeit mit der Familie, Freunde treffen. Und selbst diese Sachen arten dann manchmal in Stress aus, obwohl sie eigentlich genau das Gegenteil machen sollten.

Was soll ich also machen?

Das ist die Frage aller Fragen. Bisher habe ich noch keine Antwort darauf. Eins ist für mich jedenfalls klar: Ich möchte und brauche zukünftig mehr Zeit, mehr Qualitätszeit! Vor allem mit meinem Kind und für mich selbst. Die nächsten Wochen stehen nun also ganz unter dem Motto: Wie verschaffe ich mir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Und für dieses neue Projekt werde ich mir ganz bewusst viel Zeit lassen.

Mein erster Schritt in die richtige Richtung

Unsere Waschmaschine gibt wohl bald den Geist auf, wir brauchen also eine Neue. Bei vergangenen Neuanschaffungen habe ich teilweise viele Stunden pro Tag recherchiert und verglichen, das über Wochen hinweg. Ich habe viel Zeit investiert, die ich anderswo besser investiert hätte. Dieses Mal war es anders: Zwei, drei Tests gelesen, Tipp von der Mama angenommen, Waschmaschineneigenschaften mit unseren Anforderungen abgeglichen, Preis-Leistung gecheckt und gekauft. Von Stunden können wir hier nicht sprechen. Super viel Zeit gespart.

Und was soll ich sagen, es fühlt sich verdammt gut an!

Ich bin gespannt was als nächstes kommt und ihr dürft es auch sein!

1 Comment

  1. Uzi

    3. April 2017 at 7:16

    Dann sag mal Bescheid, wenn Du die Lösung hast. Zahle mit butterfreiem Kuchen und ein, zwei Stunden Schnacken dafür.

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