Ordnung ist das halbe Leben, aber eben nur das Halbe!

Ich mag Ordnung, schon immer! Mein Bruder hatte eine schöne Kindheit, zumindest was das Aufräumen angeht. Er musste es eigentlich nie machen, da ich es immer vor ihm gemacht habe und sobald unsere Mama uns zum Aufräumen aufgefordert hat, war ich auch gleich zur Stelle. Mir macht es tatsächlich auch irgendwie Spaß. Ich finde es absolut befriedigend in eine aufgeräumte Wohnung zu kommen, abends auf dem Sofa zu sitzen und zu sehen, dass alles an seinem Platz ist.

Ordnung, oh du schöner Zustand

Seit Junior auf der Welt ist, hat die andere Hälfte meines Lebens begonnen. Ordnung ist nur noch selten zu finden und dann auch nur in bestimmten Bereichen der Wohnung. Eine Zeit lang habe ich mir abends immer die Mühe gemacht, alles ordnungsgemäß aufzuräumen. Die Bücher ins Regal, die Autos in den Schrank, die Duplos in die Kiste, die Puzzle in die Schublade. Klar, danach war es wieder ordentlich, ich aber auch um 20 Minuten meines Lebens beraubt. Wenn man das mal auf die Woche hochrechnet, bin ich also fast 2,5 Stunden damit beschäftigt, Spielsachen aufzuräumen. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass man ja so oder so wenig hat. Erst vor Kurzem hatte ich ja überlegt, wo in meinem Leben ich Zeit einsparen kann.

2,5 Stunden Qualitytime

Ist es mir also wirklich so wichtig, dass es ordentlich ist oder sind die 2,5 Stunden besser investiert, wenn ich was anders mit ihnen mache, zum Beispiel lesen. Leider fällt die Antwort darauf deutlich aus: Lesen ist besser als aufräumen. Natürlich mag ich Ordnung deswegen nicht weniger, aber ich habe meine Prioritäten nun einfach anders gesetzt. Da wir unter der Woche sowieso nicht so viel zu Hause sind, ist es doch eigentlich auch nicht so schlimm. Somit reicht es abends die Sachen in eine Ecke zu schieben, damit man zumindest laufen kann, ohne sich den Fuß zu brechen. Freitags oder Samstags wird dann richtig Ordnung gemacht. Natürlich auch nur für begrenzte Zeit, schon klar. Hier bin ich nun aber pragmatisch und lege einfach Hausputz und Ordnung machen zusammen, aus Zwei mach Eins.

Das liegt in den Genen

Manchmal zeichnet es sich sogar schon ab, dass Junior hier nach seiner Mama kommt. Mit seinen 1,5 Jahren kann er schon ziemlich gut aufräumen und auch putzen. Er weiß wo der Müll hinkommt, räumt oft seine Spielsachen auch schon ganz alleine auf und wenn es ums Staubsaugen geht, er ist vorne mit dabei. Entweder gleich mit dem richtigen Staubsauger oder eben mit seinem Besen. Da wird dann alles fleißig unter den Tisch gekehrt. Was will man als Mama mehr? Ich jedenfalls lasse mir meine Hoffnung nicht nehmen, dass mein Sohn nach mir kommt und sein Zimmer später mal selber aufräumt.

Warum mögen viele Menschen Ordnung

Ich glaube, dass die Ordnung im Haus, oft mit der Ordnung im Kopf verbunden wird. Für mich ist es jedenfalls oft so. Werner Tiki Küstenmacher, der Autor von „Simplify your life“, ist sogar der Ansicht, dass Ordnung glücklicher macht. Meiner Erfahrung nach, geht es hier nicht nur um Ordnung, sondern auch ums Aufräumen an sich. Wenn ich jeden Tag 100 Dinge wegräumen muss, die mir eigentlich gar nicht am Herz liegen und die ich eigentlich auch nicht brauche, kann das enormen Stress verursachen. Da ist es Wurst, ob wir von Spielsachen, Kleidungsstücken, Büchern oder anderem Kramm reden. Zu viel von allem belastet und macht Unordnung. Ordnung kann man ganz einfach schaffen, auch mit Kind. Zum Beispiel im Kleiderschrank. Mindestens zweimal im Jahr miste ich aus: Alles was ich in den letzten 6 Monaten nicht anhatte kommt weg. Bezieht sich natürlich immer nur auf die entsprechende Saisonkleidung. Mein Bücherregal (und glaubt mir, dass ist ein großer, schmerzender Punkt für mich): Alle Bücher die ich schon gelesen habe und nicht so toll fand kommen weg. Deshalb bleiben dann immer noch genügend übrig und ich habe auch noch keins von den Weggegebenen vermisst. So könnte ich nun weitermachen, aber ich denke ihr wisst auf was ich hinaus will…

Minimalismus hilft Ordnung zu schaffen

Ich habe das nach meinem Australientrip gelernt. Da bin ich 10 Monate mit nur 15 Kilo gereist, 3 Hosen, 5 T-Shirts, 2 Paar Schuhe usw. Hat völlig ausgereicht und ich habe meistens nichts vermisst. Im Gegenteil, als ich heimkam war ich erstmal völlig überfordert, als ich vor meinem Kleiderschrank stand. Von da an habe ich damit angefangen, unnötigen „Ballast“ abzuwerfen. Es tut unheimlich gut. Ich fühle mich jedesmal aufs Neue befreit, wenn ich wieder einen Sack zum Roten Kreuz bringen kann.

Bei Junior habe ich mir angewöhnt, immer wieder Spielsachen wegzuräumen und nur das da zu lassen, mit dem er gerade gerne spielt. So liegt nicht ganz so viel Zeug rum und Spielsachen bleiben auch interessant. Immer wieder kann man ihm eine Freude machen und er findet neue Wege mit den alten Spielsachen zu spielen. Super, oder?

So lässt sich auch für mich die temporäre Unordnung gut aushalten und ich kann auch noch etwas draus lernen. Was will man also mehr…

Melanie

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