Wer braucht schon Schlaf!?

Auch wenn mir der Sinn und meine Kraft eigentlich nicht nach Schreiben stehen, so tut es meiner Seele vielleicht doch ganz gut, ein paar Zeilen los zu werden. Gleich vorweg, mein aktueller Zustand lässt sich leicht mit total übermüdet und leicht reizbar beschreiben. Das zweite habe ich heute ganz von alleine festgestellt. Meine beiden Männer sind krank. Der Kleine mit Bronchitis und angehender Lungenentzündung, der Große mit Grippe. Dafür schlagen sich beide aber recht gut, auch für männliche Verhältnisse. Der Kleine ist zwar schon die ganze Zeit nöllig, aber das sei ihm verziehen, er kann sich ja noch nicht anders ausdrücken.

3 Stunden Schlaf am Stück sind purer Luxus

Aber darum bin ich nicht gereizt. Das bin ich, weil ich übermüdet bin, und das bin ich weil ich in der letzten Woche keine drei Stunden am Stück geschlafen habe. Der besagte kam so oder so sehr zu kurz in letzter Zeit. Grundsätzlich bin ich die letzten Nächte damit beschäftigt ein hustendes Kind aus meinem Gesicht zu schieben, diesem den Schnuller wieder in den Mund zu stecken oder den Besagten im Bett zu suchen. Ihm was zu trinken zu geben, eine Geschichte zu erzählen oder die Windel und den vollgeschwitzten Body zu wechseln. Versteht mich nicht falsch, ich mache das von Herzen gerne. Aber es ist auch nicht gelogen, wenn ich sage, dass es anstrengend ist und mich langsam an die Grenzen meiner Kräfte bringt. Ich bin es schon irgendwie gewohnt im Team zu arbeiten, da mein Kollege aber im Moment quasi ein Totalausfall ist, muss ich es alleine machen.

Ich halte die Stellung

Wenn ich meine Worte so lese, klingt es schon ein wenig nach: ÄÄÄhhhhÄÄÄ. Muss ich ja zugeben. Wenn ich da nur an Alleinerziehende denke oder an Mütter, deren Männer öfter auf Geschäftsreise sind. Ihr habt mein komplettes Mitgefühl. Für mich ist es wirklich auch nicht unbedingt die „Arbeit“, dass alles an mir hängen bleibt, für mich ist es tatsächlich irgendwann der Schlafmangel, der mich früher oder später zum Zombi macht. Meistens später als früher, aber defintiv immer. Das tut mir dann auch für alle Beteiligten leid. Denn wenn ich leicht reizbar bin, ist das für keinen eine angenehme Sache, auch für mich nicht. Vor allem plagt mich dann zusätzlich auch immer das schlechte Gewissen. Bin ich wieder zu schnell an die Decke gegangen, hat das wirklich sein müssen? Wahrscheinlich nicht, aber ich kann es dann in dem Moment auch nicht mehr aufhalten.

Mach doch einfach mal einen Mittagsschlaf

Diesen wohl gemeinten Rat habe ich nun schon sehr oft in meinem kurzen Leben als Mama gehört. Und mittlerweile lächle ich nur kurz und winke ab. Als Sohnemann noch kleiner war, hat er drei Mal am Tag 30 Minuten Schläfchen gemacht. Wann genau soll man sich da hinlegen? Ich muss dazu sagen, dass ich ein Mensch bin, der in der Regel 20 Minuten braucht, bis er einschlafen kann, egal wie müde. Als er dann größer war hat er grundsätzliczh nur im Kinderwagen bei einer Fahrgeschwindigkeit von 10 km/h geschlafen. Und ganz ehrlich: Während dem Laufen habe ich es noch nie geschafft zu schlafen. Tja und jetzt: Jetzt muss ich Hausarbeit erledigen, meinen Job machen und wenn Sohnemann wach ist, ihn herumtragen. Denn das mag er seit drei Tagen am liebsten. Und nicht wie seither eine Weile, sondern am Liebsten die ganze Zeit.

Jeden Abend hoffe ich gerade auf eine bessere Nacht. Heute beim Einkaufen habe ich den starken Drang verspürt, mir heute mal wieder was Erwachsenes zu kaufen. Okay, wenn man es ganz genau nimmt ist es eigentlich eher was für Jugendliche, aber für mich reicht es aus. Becks Lemon heißt mein Besuch heute Abend und ich habe bereits die zweite Flasche neben mir stehen! Vielleicht trinke ich auch noch eine Dritte. Dann schlafe ich vielleicht so gut, dass ich nicht mal mitbekomme, wenn Junior schreit. Er wird sich schon auch wieder von selbst beruhigen und ich kann vielleicht mal 4 Stunden am Stück schlafen! Verlockende Vorstellung, doch leider nicht mit meinem Verantwortungsbewusstsein als Mama zu vereinbaren.

Der frühe Vogel kann mich mal

Dann also doch nur zwei Flaschen und noch ein wenig Sonne und Energie tanken auf dem Liegestuhl bei diesem tollen Wetter. Wer mich jetzt, wie mein Freund auch immer, fragt warum ich nicht einfach jetzt schon ins Bett gehe, es ist 18:40 Uhr, dem kann ich nur folgendes sagen: Wenn ich immer mit meinem Sohnemann ins Bett gehe, habe ich gar keine Zeit mehr für meinen Kram, wie zum Beispiel euch hier bespaßen. Und ich will dann doch gerne auch noch ein wenig was für mich vom Tag haben. Außerdem gehe ich schon echt früh ins Bett. Vor Kurzem habe ich einen Freund im WhatsApp „Gespräch“ gefragt, was er heute noch so macht. Er meinte, mit seinem Sohn noch Fernsehen schauen und dann wenn er ins Bett geht, so gegen 19:30 Uhr, auch ins Bett gehen. Daraufhin meinte ich, cool da kann ich mitreden, ich gehe auch meistens schon um 20:30 Uhr ins Bett. Er meinte daraufhin, dass er eigentlich einen Witz gemacht hatte. Ich sage, ich nicht!
Früher als 20:30 Uhr, wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass ich meistens auch noch eine Weile lese oder mir eine Serie übers Tablet reinziehe, geht nicht! Wo kommen wir denn da hin?

Schlaf wird oft überbewertet und als Eltern weiß man, dass man doch gar nicht so viel braucht, wie man eigentlich denkt. Wenn sich Schlafmangel aber über längere Zeit zieht, wird der Schlaf defintiv nicht überbewertet, dann braucht man ihn einfach. Der Eine mehr, der Andere weniger.

In diesem Sinne noch einen schönen Abend und eine angenehme Nachtruhe.

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